Durch den Skandal des britischen Boulevardblattes News of the World sind die abscheulichsten Abgründe des Unterschichtenjournalismus bekannt geworden. Aufs schlimmste wurde wurde gegen diverse Gesetze und Persönlichkeitsrechte verstoßen. Der Umfang ist ungeheuerlich wenn man bedenkt, daß wohl tausende Personen, Prominente wie auch normale Bürger, illegal ausspioniert wurden.
“Sowas gibts hier nicht!” denken sich da viele. Jain, ist die Antwort. Gehen wir mal davon aus, daß sich der deutsche Boulevardjournalismus nicht in solche ungesetzlichen Abgründe begibt. Dennoch, und das zeigt sich bei dem künstlich aufgebauschten Skandal um unseren Präsidenten Christian Wulff, übt gerade das größte Boulevardblatt, die BILD, einen Druck aus, die man zynisch als die vierte Gewalt bezeichnen könnte. Keine Ahnung, was Wulff der BILD oder dessen Chefs Kai Diekmann und Mathias Döpfner getan hat, aber mit erschreckender Offenheit wird hier ein Spitzenpolitiker demontiert.
Um dabei auf das Thema des Blogs zu kommen. Wie oft liest man in BILD und Co. die übelsten Schlagzeilen gegen Hunde. Aus jedem auffälligen Hund, egal wie schlimm, wird eine mordende Bestie gemacht. Hintergründe werden genauso wenig nachgefragt wie der Wahrheitsgehalt. Wie für die BILD üblich, wird maßlos übertrieben und gelogen. Dazu kommt, daß ein Dreigestirn des Unterschichtenboulevards, bestehend aus den Verlagshäusern Burda, Bertelsmann und Springer, nicht nur in ihren Zeitungen und Zeitschriften derartige Berichte gegenseitig aufbauschen. Diese drei Medienhäuser sind in irgendeiner Form an fast allen deutschen Privatsendern beteiligt, sodass es zu einem wilden Wechsel zwischen den einzelnen Zeitungen/Zeitschriften und den reißerischen Berichterstattungen bei RTL, Sat1 und Co. kommt. Der trauriger Höhepunkt wird erreicht, wenn Medien, die man dem sogenannten Qualitätsjounalismus zurechnet, ungeprüft diese Kampagnen übernehmen.
Ein bitterböses Beispiel dazu war die Beißattacke von zwei Hunden gegen den sechsjährigen Volkan in Hamburg im Jahre 2000. Keine Frage, wie schlimm und unentschuldbar das war. Ebenso keine Frage, daß hier im Vorfeld die Hamburger Behörden mit der Durchsetzung bereits vorhandener Gesetze versagt haben. Absolut unentschuldbar war das Verhalten der gesamten Presse, angeführt von den Propagandaparolen der BILD, die alle Hunde zu mordenden Bestien stilisiert hat. Kein Blatt, egal welchen Lagers oder welcher Qualitätsstufe – auch nicht das ehemalige sogenannte Urgestein des Journalismus “Der Spiegel” – hat sich mit Ruhm bekleckert.
In Wechselwirkung mit populistischen Politikern, allen voran der damaligen NRW Umweltministerin Bärbel Höhn, wurden in den Bundesländern in nie gekannter Schnelligkeit und beängstigender überparteilicher Einigkeit Gesetze und Verordnungen aus dem Boden gestampf, die an Unverhältnismäßigkeit und Rechtsbeugung ihresgleichen suchte. Als Folge wurden gefährliche verdächtige Hunde konfisziert, teilweise getötet, in anderen Fällen lebenslang in Tierheimen als unvermittelbar eingesperrt. Sogenannte Kampfhunde sind bis Heute für Tierheime nahezu unvermittelbar.
Fast alle sogenannten Kampfhundeverordnungen wurden in den darauffolgenden Jahren durch die Landesverfassungsgerichte gekippt. Geblieben ist bis heute der bittere Nachgeschmack, dass ausgerechnet grüne Politiker aus populistischen Gründen zu Tierhassern mutierten.
[...] gestern schrieb ich im Artikel “BILD dir deine Meinung” über den Wahnsinn, welcher Anfang der 2000er Jahre über Deutschland herein brach, nachdem zwei [...]