So manches mal kommt es mir echt hoch, wenn ich erlebe, welche Leute sich in totaler Naivität und/oder Dummheit einen Hund kaufen. Heute war ein Familienvater mit einem etwa acht Monate altem Sibirian Husky in der Tierklinik. Wütend und aufgebracht forderte er, dass das Tier sofort eingeschläfert wird. Der Hund sei gefährlich und hat das eigene Kind gebissen.
Dem behandelndem Tierarzt kam die Sache zu Recht sehr merkwürdig vor. Ein so junger und augenscheinlich schüchterner Hund soll eine beißende Bestie sein? Er fragte gezielt immer wieder nach, was denn nun genau passiert ist und es dauerte nicht sehr lange, bis eine traurige Geschichte zu Tage kam.
Nanuk war erst gut eine Woche bei dieser Familie. Die Leute waren nicht nur bereits die dritten Besitzer, sondern haben sich diesen Hund ohne jegliche Vorplanung gekauft. Einfach mal so, weil er so hübsche blaue Augen hat und sicher ein ganz toller Spielpartner für das Kind ist. Weder hat man sich Gedanken über die Haltung eines Hundes allgemein gemacht, noch hat man sich über die Rasse informiert. Außerdem konnte man im Impfpass herauslesen, dass er ursprünglich aus der Welpenstube Hubert Winkel kam, einem in Tierschutzkreisen seit Jahren berüchtigter Tiergroßhändler.
Der arme Nanuk, der eh schon das Problem hat, sich zum dritten mal in seinem kurzen Leben auf neue Lebensumstände einzustellen, musste es den ganzen Tag ertragen, dass er von dem siebenjähigen Kind nicht in Ruhe gelassen wurde. Und so kam es, das er nach einer Woche völlig genervt das Kind in den Arm gekniffen hat. Da ist kein Blut geflossen, wahrscheinlich hat es nicht einmal besonders weh getan. Die Tränen flossen wohl erst, nachdem die Mutter aufgeregt hinzugekommen ist. Jeder kennt das: Kinder die hinfallen, aber erst anfangen zu heulen, nachdem Mutti gefragt hat “Ach du armes Kind, hast du dir weh getan?”.
Nanuk wurde natürlich nicht eingeschläfert. Stattdessen wurde er erst mal ins Tierheim gebracht. Hoffen wir, dass er mit den nächsten Besitzern Glück hat und dort sein restliches Leben verbringen darf. Wanderpokal bei dummen Menschen war er bereits lange genug.
Die Ähnlichkeit mit dem fiktiven Fall in diesem älteren Artikel ist zufällig, aber es ist beängstigend wie schnell so etwas realer Horror werden kann.
Darf ich ehrlich sein? Ich fordere seit Jahren das Menschen sich erst einen Hund anschaffen dürfen, wenn sie nacheisen können fundiertes Wissen über die Haltung, Lebensweisen ect.PP der jeweiligen Hunderasse nachweisen können!
Es kann nicht angehen das es nur dem beharrlichen Nachfragen eines Veterinärs zu verdanken ist ob ein Tier eingeschläfert wird, oder nicht!
Wie viele Tiere sterben jährlich in Deutschland weil NICHT Nachgefragt wird?