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Hundezucht und wo Vergewaltigung Akzeptanz findet

Wenn man als einfacher Hundehalter in Spe erstmalig einen renommierten Züchter aufsucht, drehen sich die Gesprächsthemen zumeist um für süß befundene Welpen, gesunde Tiere und die Zuchtschauerfolge der jeweiligen Elterntiere. Wie es zum Wurf kam und wie die Trächtigkeit der Mutterhündin herbeigeführt wurde, bleibt dabei im Regelfall unerwähnt. Warum auch darüber sprechen? Immerhin glaubt der durchschnittliche Hundekäufer an wahre Ammenmärchen wie: “Die Hündin wird läufig und will dann auch grundsätzlich von einem entsprechenden Artgenossen gedeckt werden und der Zuchtrüde wird ohnehin niemals nein zu einer hitzigen Hündin sagen!”. Oder er macht sich über dererlei gar keine Gedanken.

Züchter wissen es besser. Ich möchte mich in diesem Beitrag ausschließlich auf die Hundezüchter konzentrieren, die allgemein als anerkannt und seriös gelten. Kurz: Jene, die vom VDH anerkannt sind, Stammbäume und Zuchtschauergebnisse ihrer Hunde vorweisen oder auch zusätzlich Mitglieder in weiteren zugelassenen Zuchtverbänden sind. Welche Rasse gezüchtet wird, soll keine Rolle spielen, da die Praktiken, um die es geht, auf nahezu jede Hunderasse zutreffen.

Es ist eine Lüge zu behaupten, läufige Hündinnen wären in der Phase der Hitze automatisch ob ihrer Hormonellen Werte und ihrem angeblich natürlichen Instinkt bereit zum Deckakt. Es ist keine Seltenheit, dass Hündin X auf Zuchtrüden Y trifft und sich ihm verweigert. Dies kann sie im harmlosesten Fall durch schlichtes Weggehen zeigen, aber auch verhäuft durch aggressives Verhalten bis hin zum Beißangriff, wenn der willige Rüde ihre aufgezeigten Grenzen nicht respektiert. Man braucht wirklich kein Experte für Hunde zu sein, um dieses offensichtliche Abwehrverhalten mittels Körpersprache korrekt zu deuten.

Wenn dieser Fall eintritt – und jeder Züchter mit ein wenig längerer Erfahrung wird diesen Fall bereits mindestens einmal erlebt haben – wird zumeist eben das von Menschenhand praktiziert, was man eigentlich nur brutalsten Tierschändern zuschreiben würde. Die Hündin wird, gleich welchen Widerstand sie leistet, durch Festhalten (je nach Größe und Gewicht des Tieres auch von mehreren Personen, die sich nicht scheuen werden, auch fester zuzupacken) fixiert, die Schnauze zugedrückt, die Hinterläufe in entsprechende Position gebracht – und einer handfesten Vergewaltigung, in der selbstredend keinerlei Rücksicht auf tierisches Wohl gelegt wird, steht nichts mehr im Wege. Immerhin wollen Züchter und Rüdensteller einen Wurf aus der Kombination zweier angekörter, eventuell auf Ausstellungen sehr erfolgreicher Tiere im richtigen Zeugungsalter erzielen und auch Verletzungen durch eine eventuelle Beißerei sollen vermieden werden.

Nicht minder beliebt sind hemmende oder beruhigende Medikamente. Diese finden sowohl auf Zuchtschauen, als auch beim Deckakt weit verbreitet Verwendung. Oft handelt es sich dabei um keine anderen Präparate als die, mit denen auch absurdeste Tierpornografie entsteht. Nur dass in diesem Fall nicht selten ein anwesender Veterinärmediziner selbst die Medikation verabreicht.

Und die Zuchtrüden? Es kommt vermehrt vor, dass sich auch das männliche Tier unwillig zur Paarung zeigt. Ewig abwarten, ob der Hund eventuell doch noch von selber willig wird, wird kaum ein Züchter, der am Namen und Erfolg seines Zwingers interessiert ist. Stimulation des Penis  durch die Hand des Halters und sekundär potenzsteigernde Mittel sind gängige Praktiken, um den Rüden für den Deckakt zu begeistern.

Viele Personen, darunter insbesondere zoophobe Kreise, beharren immer wieder auf der Lüge vom Tier, dass seinem Halter herrentreu ergeben ist, aus emotionaler Abhängigkeit zu ihm jede Tortur über sich ergehen lassen wird und sexuelles Verhalten vom Menschen (hier stehen besonders Zoophile unter fälschlichem Beschuss) anerzogen, beziehungsweise lenkbar sein soll. Wäre dies möglich, würde sich ausnahmslos jeder Züchter, gleich wie “seriös” er auch ist, wahrlich freuen und würde diese weitaus praktischeren Optionen umgehend in Betracht ziehen, anstelle zu solchen auch für ihn sehr umständlichen Praktiken zu greifen. Da dererlei jedoch außerhalb sehr fantsiereicher Köpfe nicht möglich ist, bleibt ihm oft nur der Weg der rohen Gewalt, um das erwünschte Ziel zu erreichen.

Keine sexuelle Ausbeutung am Tier? Selbstredend ja! Nur dass diese Praktiken sexuellen Missbrauchs am Tier nicht nur allgemein völlig toleriert werden, nein, sie gelten für viele als unabdingbares Muss für den Zuchterfolg. Ob die Tiere dadurch psychische Schäden erleiden, wird als Nebensächlichkeit betrachtet. Oder anders ausgedrückt: Der Zweck heiligt jedes Mittel. Anders wird dies auch nicht von den meisten anderen Menschen verstanden und beurteilt, sofern man kritische Verhaltensforscher und Zoophile, welche sich im Regelfall für eine selbstbestimmte Sexualität des Tieres aussprechen, in diesem Kontext ausklammert.

Es ist mir seit jeher schleierhaft, mit welchem Maß bei diesem Thema gemessen wird. Kaum ein Tierschützer, kein Veterinäramt, keine Zuchtregelung und kein Rechtssprecher würde bei dererlei offen von sexueller Ausbeutung, vom Menschen herbeigeführten Verhalten oder gar von Missbrauch und Vergewaltigung sprechen! Man betrachtet es bestenfalls als Notwendigkeit, in der sich die beteiligten Menschen vor niemandem rechtfertigen oder entschuldigen müssen. “Warum auch?”, dürften die meisten Zuchtbegeisterten in diesem Fall fragen. Immerhin dient es der Erhaltung von Rasse und entsprechendem Ideal. Und der moralische Zeigefinger bleibt unten, da es ja nicht um Sexualität, gleich ob der des Tieres oder der des Menschen geht, sondern um saubere Zucht mit geeigneten Tieren.

Das solcherlei weitgehend kritiklos hingenommen wird, führt jede Diskussion über das Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch am Tier, gleich welcher Art, ad absurdum. Kaum ein gestandener Züchter würde den freien Willen des Tieres respektieren und sagen: “Gut, wenn unsere liebe Prinzessin so gar nicht mag, versuchen wir es halt irgendwann noch einmal oder lassen es besser bleiben.”

Erwähnt sollte jedoch fairerweise werden, dass man es hier nicht mit einem kleinen Kreis von bloßen Hobbyzüchtern zu tun hat. Hundezucht bedeutet je nach Rasse und Vereinsmitgliedschaften der Züchter die Existenz einer großen Lobby, gegen die kaum jemand vorgehen würde. Da ist es doch viel einfacher, oftmals feiger und gewiss bequemer, sich wehrlosere Einzelpersonen mit harmlosem Hintergrund, wie Zoophile ohne schädliche Wesenszüge oder eine schützende Lobby zum Popanz zu machen.

Aber reicht das als Rechtfertigung aus, um über gewisse unzumutbare Praktiken hinwegzusehen? Offensichtlich ja. Ich habe es bisher nicht erlebt, dass irgendwer ein Zuchtverbot fordert, einen renommierten Hundezüchter mit Namen für gesunde Tiere und gute Stammbäume einen Tierschänder schimpft, oder ihm gegenüber anderweitig mit Sanktionen gleich welcher Art gedroht wird. Zudem hätte ein Verbot solcher Vorgehensweisen innerhalb der Zucht die überaus lästige Konsequenz zur folge, dass sich zahlreiche Zuchten nicht mehr halten könnten. Ein Schwund der Rassehunde wäre die Folge und daran dürften die wenigsten Hundeliebhaber interessiert sein.

Trotzdem bleibt eine Tatsache bestehen: Wahre sexuelle Ausbeutung wird hier offen praktiziert und akzeptiert. Im günstigsten Fall bagatellisiert.

Auch wenn es zu ironisch ist, passieren Dinge dieser Art gestützt auch durch solche Thesen, auf die sich Zoophilen-Gegener immer wieder berufen und die zu einem fatalen weitläufigen Fehldenken führen, welches dem Tier in hohem Maße schadet. Tieren wird ihre sexuelle Autonomie aberkannt, sie werden zu entscheidungsunfähigen Wesen verklärt. Es wird dem Tier vorgegeben, wann es seine Sexualität auszuleben hat, es wird vorgeschrieben, wer als speziesgleicher Sexualpartner herhalten soll. Ja, sogar wie die jeweilige Prozedur zu verlaufen hat, wird vom Menschen vorgegeben und gesteuert.

Oder kurz, dem Tier wird hier jeder Freiraum der Selbstbestimmung genommen. Auch dann, wenn es unmissverständlich zu verstehen gibt, dass es die sexuelle Interaktion nicht will. Auch hier leugnen Zoophilen-Gegner zu oft, dass Tiere dazu in der Lage seien, ihren Willen und Unwillen verständlich auszudrücken. Verhaltensforscher, Zoophile, seriöse Tierpsychologen wie auch einige Züchter selbst können bei solchen unhaltbaren Behauptungen nur mit dem Kopf schütteln.

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