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Polizeigewalt IV

In den Leitmedien liest man immer wieder von überzogener Polizeigewalt gegenüber Bürgern. Da wird von Beamten berichtet, die eine gefesselte Frau in einer Gefängniszelle krankenhausreif prügeln oder, wie heute in der Zeit stand, ein verwirrter Mann wird kurzerhand ohne Vorwarnung erschossen, weil er nackt mit einem Brotmesser in der Hand in einem Brunnen stand. Bei alle dem ist zu beobachten, dass es für die Täterbeamten glimpflich ausgeht. Im ersten Fall kommt der Täterpolizist mit einer so knappen Bewährungsstrafe davon, dass sein Beamtenstatus nicht gefährdet ist und im zweiten Fall stellt die Staatsanwaltschaft wider besseren Wissens das Verfahren ein. Das sind nur zwei von vielen Beispielen.

Noch schlimmer ist die Situation, wenn es um Haustiere geht. Auch wenn in unserem Grundgesetz inzwischen ein wenig über den Schutz von Tieren geschwurbelt wird, ist es dennoch immer noch so, das es sich rechtlich um Sachgegenstände handelt. Dementsprechend schutzlos sind Tiere, wenn die Staatsmacht zuschlägt. Wir haben hier schon berichtet, wie Familienhunde vor den Augen der Kinder erschossen wurden, weil sich strunzdumme Beamte bei der Durchführung einer Wohnungsdurchsuchung in der Etage geirrt haben. Die Elitepolizisten der GSG-9, einst als „Helden von Mogadishu“ gefeiert, sind zu einer Bande von Möchtegern-Rambos verkommen, die sich von einem Hubschrauber abseilen und gefährliche Hunde Welpen erschießen, während der Halte am anderen Ende des Grundstücks den Beamten das Hoftor öffnet.

Das dies kein rein deutschens Phänomen ist, zeigen Beispiele aus den USA und Italien. In Hawthorne, Californien, erschießen Polizisten während einer Festnahmeaktion kurzerhand den Rottweiler eines unbeteiligten Zuschauers, der den Fehler gemacht hat, die Festnahme von der anderen Straßenseite aus zu filmen. Dank der Echauffierungsplattform Facebook gingen die Bilder und damit ein medialer Aufschrei durch die Welt. Sogar das ehemalige Urgestein des Journalismus und heutige Eliteboulevardblatt „Der Spiegel“ berichtete online darüber.

Weitaus schlimmer als den Rottweiler, der zumindest die Gnade einees schnellen Todes hatte, traf es in Rom einen Mastiff, den Polizisten mit einem Strick um den Hals an einem Zaun anbanden. Der arme Kerl stragulierte sich bei dem Versuch, sich zu befreien, selbst und starb einen minutenlangen, qualvollen Erstickungstod. Polizisten und Passanten schauten tatenlos zu. Ich weiß nicht, wie krank im Kopf abgestumpft man sein muss, um mit einer Kamera um den leidenden Hund herum zu gehen und zu filmen, wie er nach Luft japst und mit panisch geweiteten Augen um Hilfe bettelt.

Die Gedanken- und Skrupellosigkeit von Polizisten, die ja eine Vorbildfunktion haben (sollten), macht sprachlos. Das Thema ist leider nicht neu und die Hoffnung gering, dass sich etwas ändern wird. Egal ob bei Mensch oder Tier, die Behörden sind einsame Spitze darin, ihr Fehlverhalten schön zu reden. Da neue Tierschutzgesetz, das eher Tiernutzungsgesetz heißen sollte, ist da keine Hilfe.
Auch wenn man dem Wutbürgertum auf Plattformen wie Facebook kritisch gegenüber steht, ist es vielleicht der Druck der Öffentlichkeit durch solche Wutbürger, durch den Beamte gezwungen werden,  genau darüber nachzudenken, ob man die Knarre abdrückt oder nicht. Denn juristisch haben verbeamtete Tierquäler nichts zu befürchten.

Edit am 23.12.2013
Youtube hat das Video gelöscht. Es ist jedoch hier noch verfügbar: Liveleak.com

One Response to “Polizeigewalt IV”

  1. Dako Dakotash sagt:

    Ich glaubte, durch unsere nach sensationen geile medienlandschaft einiges gewohnt zu sein, und ein gewisser grad der abstumpfung/gewöhnung eingetreten ist.
    Aber, ich gebe ehrlich zu, das es mir beim anblick des armen tieres, die kehle zugeschnürt hat. Ich war nicht in der lage, mehr als 10 sek. von diesem video anzuschauen, mein appetit auf mittagessen, ist mir erstmal vergangen.

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