Home » Können Tiere Lieben?!

Können Tiere Lieben?!

Gerade landete ein Artikel des „The Atlantic“ auf dem Tisch. Professor Paul J. Zak von der „Claremont Graduate University“ und Autor von „The Moral Molecule: The Source of Love and Prosperity“ schrieb darin über die Erforschung der Basis des menschlichen Wohlbefindens.

In den letzten 10 Jahren hatte sein Labor in dutzenden Studien  festgestellt, dass das im Hirn produzierte Oxytocin bewirkt, dass wir Menschen  Mitgefühl empfinden und uns umeinander kümmern.

Angeregt durch seine Forschungen und seiner Neugierde startete Zak ein kleines Experiment für die BBC um zu testen ob es Freundschaften zwischen  Individuen verschiedener Arten geben kann.

Wie auch in seinen Laborexperimenten wollte er sehen, ob beim  Spielen von verschiedenen Spezien  miteinander Oxytocin freigesetzt würde.  Damit wäre der biologische Beweis erbracht, dass es Freundschaften zwischen Individuen verschiedener Arten geben kann.

Er nahm Blutproben von einem Ziegenbock und einem Hund die regelmäßig zusammen spielten und die Ergebnisse überraschten. Während bei dem Hund der Oxytocinwert nach 15 Minuten Spielens um 48% angestiegen war, hatte sich  bei dem Ziegenbock das Oxytocin um ganze 210% erhöht. Bei diesen Werten kann man laut Zak davon ausgehen, dass der Hund mit dem Bock befreundet ist, während der Bock in den Hund verliebt ist. Denn solch hohe Werte hatte Zak sonst nur bei sich liebenden Menschen beobachten können.

Am Ende seines Berichts verweist Zak noch auf Darwin, der in seinem Buch „The Expression of the Emotions in Man and Animals“ 1872 argumentierte, dass der Ausdruck von Emotionen über alle Spezien hinweg beobachtbar ist und dass man durch seine Studien des Oxytocins nahelegen könnte, dass Tiere wie wir auch zu Liebe fähig sind.

Nach Lektüre dieses Berichtes fielen frühere Untersuchungen auf, die der Frage nachgingen, in wie weit das Sexualverhalten der Tiere mit dem des Menschen kohärent verläuft.

Dazu ein Zitat aus dem Artikel „Orgasmus“:

„Es gilt als erwiesen, dass bei vielen Säugetieren ein Reflex während der Begattung den Eisprung auslöst, so vor allem bei Raubtieren, Nagetieren und Hasenartigen. Wissenschaftlich bisher nicht nachgewiesen ist hingegen, ob bei Tieren ein Orgasmus stattfinden kann. Es gibt jedoch Hinweise, die auf ein mögliches Orgasmuserleben bestimmter Tiere hindeuten.

Bekannt ist die Reaktion der Hauskatzen und der Falbkatzen, die bei einer sexuellen Stimulation oft lautstark schreien. Das Schreien ist jedoch nicht zwangsläufig ein Anzeichen eines Orgasmus, es könnte auch Schmerz ausdrücken, der durch den bedornten und mit Widerhaken besetzten Penis des Katers verursacht sein könnte. Auch bei einigen anderen Wirbeltierarten begleiten Laute den Paarungsakt. Besonders eindrucksvoll sind die Laute der Breitrandschildkröte und des Igels, die zuweilen an menschliche Schreie oder menschliches Stöhnen erinnern.

Neben Lautäußerungen wurden bei verschiedenen Tierarten weitere Vorgänge beobachtet, die auf einen Orgasmus hinweisen könnten, wie rhythmische Zuckungen des Körpers, kurzfristige Erstarrung der Mimik, nachfolgende Entspannung – so auch bei den nächsten Verwandten des Menschen, der Gattung Schimpansen. Insbesondere gilt dies für die Art der Bonobos, deren Raffinesse beim Liebesspiel in mancher Hinsicht mit der des Menschen vergleichbar ist (siehe hier Bonobos: Sexuelle Interaktion). Auch bei weniger menschenähnlichen Wirbeltieren wurde Entsprechendes beobachtet, etwa bei bestimmten Vogelarten (siehe Büffelweber: Sexualität)

Neurologisch betrachtet ist das Orgasmuserleben bei bestimmten Tierarten nicht auszuschließen: Das Sexualzentrum mit dem „orgastischen Reflex“ befindet sich in den phylogenetisch älteren Teilen des Zentralnervensystems (vergl. Limbisches System, Hypothalamus, Amygdala), es ist beim Menschen wie bei sämtlichen Wirbeltierarten in ähnlicher Form vorhanden. Kommen weitere physiologische Voraussetzungen hinzu (z. B. Genitalien, die mit empfindungsreichen Nerven ausgestattet sind), ist ein Orgasmuserleben bei der entsprechenden Tierart denkbar.“

Neben diesem kurzen Abriss verweise ich auf mir vorliegende Studien, wonach alle wichtigen Botenstoffe zum Lusterleben, wie die Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin sich in allen Säugetieren finden lassen, was das Erleben von Lust und Orgasmus zumindest nicht ausschliesst.

Diese Forschungen zusammen könnten Indikator sein, wie Tiere den Mensch-Tierkontakt erleben und ob eine Beziehung für beide Seiten qualitativ zielführend sein kann. Diese Beurteilung jedoch verlangt unvoreingenommene und weiterführende Studien sowie Probanden. Voraussetzung ist jedoch das Überwinden des Denkverbots, daß ein beiderseitig befriedigender sexueller Mensch-Tierkontakt möglich ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Unable to load the Are You a Human PlayThru™. Please contact the site owner to report the problem.