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Rumänien und die Tierpornoindustrie

Allen Protesten zum trotz sind die Morde an Streunern in osteuropäischen Ländern ein nicht enden wollendes Drama. Leider versagen auch europäische Regelmechanismen und das, obwohl es europäische Vereinbarungen zum Tierschutz gibt. So heißt es in Artikel 13 des „Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union“:

„Bei der Festlegung und Durchführung der Politik der Union in den  Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Verkehr, Binnenmarkt, Forschung,  technologische Entwicklung und Raumfahrt tragen die Union und die  Mitgliedstaaten den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere als  fühlende Wesen in vollem Umfang Rechnung; sie berücksichtigen hierbei  die Rechts- und Verwaltungsvorschriften und die Gepflogenheiten der  Mitgliedstaaten insbesondere in Bezug auf religiöse Riten, kulturelle  Traditionen und das regionale Erbe.“

Leider handelt es sich dabei um einen klassischen Wischiwaschi-Artikel, der nur gut klingt. Es ist daher zu bezweifeln, dass Aufgrund von EU-Vereinbarungen jemals den Streunern geholfen wird.

Auf einer Pressekonferenz am 15.01. hat die rumänische Tierschutzbehörde ASPA (Autoritatea pentru Supravegherea și Protecția Animalelor / Authority for Surveillance and Protection of Animals) in Bukarest krude Thesen über den Verbleib der meisten ins Ausland vermittelten Hunde aufgestellt. Konkret wird behauptet, dass „90% der Hunde, die aus Rumänien zur Adoption gelangen, für andere, als die von der Tierschutzorganisation angegebene Zwecke  benutzt werden.“  Weiter wird behauptet, dass die meisten Hunde in der Tierpornoindustrie aus Bulgarien und Rumänien stammen und das „Es spezielle Bordelle für Zoophilie in Deutschland und Dänemark gäbe, wo die Hunde hingebracht würden.

Als Beweis wurden tierpornografische Bilder an eine Leinwand projiziert, die aus dem Internet entstammten. Echte Nachweise, die die Behauptungen untermauern, fehlten jedoch.

Da ist es also wieder, dass Gespenst von den Tierbordellen und der „Tierpornoindustrie“ im sündigen Westeuropa. Über die Existenz von Tierbordellen braucht wohl nicht noch mal geschrieben zu werden, zu oft ist inzwischen dargelegt, dass es dies weder in Deutschland noch in Dänemark oder anderen europäischen Ländern gibt.

Über die „Tierpornoindustrie“ hat mir bereits vor rund zwei Jahren eine Bloggerin, die sich vor allem der Tierschutzkritik verschrieben hat, versucht zu erklären, dass ihrer Meinung nach ein Großteil der Streunerhunde dort hin verschwinden würden. Auf meine Frage, ob denn nicht irgendwie im Tierschutz auffallen würde wenn tausende Hunde auf diese Weise verschwänden, konnte sie keine plausible Antwort geben wie auch auf die Frage, womit denn die Tierpornoindustrie ihr Geld verdienen könnte. Seit 2007 weigern sich alle Kreditkarten- und Onlineabrechnungskonzerne wie American Express, VisaCard, Mastcard, Paypal, etc., Geldtransaktionen für Tierpornografie abzuwickeln. Dazu kommt, dass die meisten kommerziellen tierpornographischen Angeobte aus den Niederlanden kamen. Diese Angebote sind schlagartig mit dem gesetzlichen Verbot im Jahre 2010 verschwunden. Im Klartext, wenn es je so eine Industrie gegeben hat, dann ist der Markt dafür schon vor Jahren zusammen gebrochen.

Darum bleibt es schlicht dabei, dass es sich wieder mal nur um heiße Luft handelt. Die ASPA nutzt das Schlagwort Zoophilie, um davon abzulenken, wie viele Streuner unter ihrer Aufsicht mit teilweise brutalsten Mitteln umgebracht werden. Selbst Zoophiliegegner bezweifeln den Wahrheitsgehalt der Behauptungen von ASPA, was insofern bemerkenswert ist, da sie sich doch sonst für keine Lüge zu  schade sind. Wobei, zum Wutbürgern auf ihrer Facebookseite reicht es allemal.

 

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