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PAWU e.V. und ihre Freunde

Wie schon berichtet, bat ich um eine Stellungnahme, warum der Tierschutzverein PAWU e.V. an einer Demonstration gegen Zoophilie teilnahm, die von rechtsradikalen Umtrieben gezeichnet ist. Der Unschuldsvermutung nach war zunächst erst einmal davon auszugehen, dass man in diesem Verein nicht wusste, mit wem sie sich da zusammen getan haben. Da allerdings der Vorsitzende dieses Vereins aus dem Umfeld der „Allianz gegen Zoophilie“ (AgZ) bekannt ist, war abzusehen, wie die Antworten ausfielen. Das Ergebnis entsprach den Vermutungen.

Es ergab sich vor allem auf der Facebookseite des Vereins eine Diskussion, wobei die Antworten größtenteils sinnfrei waren. Ich stellte die Frage, wie man zu den rechtsradikalen Tendenzen steht und verlinkte dazu entsprechende Quellen [1] [2] [3].

Es ist jedoch offenbar für die antwortenden Menschen weder möglich, den Unterschied zwischen Frage und Aussage zu verstehen, noch ob man eine Aussage selber tätigt oder die Meinung von anderen wiedergibt. Kann man wirklich so dumm sein, diesen Unterschied nicht zu verstehen?

Diese anderen Meinungen sind von Leuten, die sich tagtäglich mit Neonazis und Neofaschismus auseinandersetzen. Und danach ergeben sich folgende unstreitbaren Fakten:

  • Die AgZ hat auf ihrer Facebookseite Artikel von Michael Mannheimer veröffentlicht. Mannheimer ist bekennender Islamhasser und (Mit-)Autor des rechtspopulustischen Blogs „Politcally Incorrect“ [4]. AgZ hat den Artikel von ihrer Seite gelöscht, jedoch nicht, weil man es als Fehler angesehen hat, sondern nachdem es von der Gruppe „Brav im rechten Block“ einer größeren Öffentlichkeit publik gemacht wurde.
  • Ebenfalls wird durch Mitglieder der AgZ der Artikel “Der Honigmann sagt … Viel Verkehr in dänischen Tier-Puffs” auf Facebook geteilt und verlinkt. Hinter „Der Honigmann“ verbirgt sich der 67jährige Ernst „Ernie“ K. aus Varel, der als Holocaustleugner rechtskräftig wegen Volksverhetzung verurteilt wurde [5] [6].
  • Erwiesen ist, dass Bastian Sommer, der letztes und dieses Jahr an der Anti-Zoophilen-Demo in Berlin teilnahm, nicht nur in der NPD war (aus der er inzwischen ausgetreten ist), sondern nach Einschätzung von Experten [2] bis heute noch an seiner rechten Gesinnung festhält und weiterhin Vernichtungsfantasien nachgeht. Es stellt sich die Frage, ob es schlichte Dummheit oder bewusste Verdrängung ist, wenn man behauptet, Sommers rechtsradikalen Umtriebe seien eine „Jugendsünde„.
  • Ebenso hat letztes Jahr der Berliner Bezirksvorsitzende der NPD, Sebastian Schmidtke, an der besagten Anti-Zoophilen-Demo teilgenommen.  Er hat dabei nicht nur bewusst die Nähe zu den Teilnehmern der Tierschutzpartei gesucht, sondern sich klar mit den Veranstaltern, also der AgZ, solidarisiert. Schmidtke ist nicht nur mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt worden, sondern gehört auch dem Netzwerk „Nationaler Widerstand“ an.
  • Unstreitbar ist ebenso, dass letztes Jahr Männer aus dem „schwarzen Block“ der rechtsradikalen Szene an besagter Demo in Berlin teilgenommen haben. Aufmerksam wurden diese durch gezielte Einträge in rechtsradikalen Foren durch Personen aus dem Umfeld von AgZ und Bastian Sommer. Es kam zu drei Festnahmen und die Sondereinheit „Rechtsradikalismus“ des LKA in Berlin hat gegen diese Personen ermittelt.
  • Die Tierschutzpartei „Mensch-Umwelt-Tierschutz“ MUT hat ihre Mitglieder aufgefordert, nicht an Demonstrationen der AgZ teilzunehmen, weil man sich von dem rechtsradikalen Gedankengut der Teilnehmer distanziert.

Fast  schon lustig wirken die Drohungen von AgZ, dass alle Äußerungen „archiviert“, „gescreent“ und „rechtlich geprüft“ werden. Hach, wie oft haben wir das schon gehört. Ausgerechnet die, die sich selbst durch Beleidigungen und Verleumdungen hervortun oder sich zumindest wohlwissend beleidigende Kommentare stehen lassen (sowohl auf ihren Facebookseiten als auch in ihren Blogs), reagieren verschnupft wenn sie zu sehr mit Wattebäuschchen beworfen werden.

Es ist jedenfalls bezeichnend, dass ausgerechnet die jaulen, die selbst Postings, in denen Zoophile als „Zoospaken“ (falsche  Rechtschreibung vom „Orginal“ übernommen) beleidigt werden, fleissig liken. Dabei ruhen die sich darauf aus, dass das Strafverfahren gegen Josef Weeke – bei dem sich inzwischen herausstellte, das er selbst Pferde durch Vernachlässigung quälte –  wegen Beleidigung gegen Zoophile eingestellt wurden.

Dazu noch ein Anekdötchen am Rande: auf dem Blog des PAWU e.V., auf dem alle Kommentare erst nach Prüfung von Hand freigeschaltet werden, wird in einem über Zoophile als „human-entartete“ Perversion gesprochen. „Entartet“, ein klassischer Begriff aus dem dritten Reich: entartete Kunst, entartete Neigungen, entartete Menschen … und was wurde mit entartetem im dritten Reich gemacht? Vernichtet!

Aber wir schweifen ab. Fassen wir stattdessen zusammen: Mitglieder des Vereins PAWU e.V. nehmen zusammen mit Rechtsradikalen an einer Demonstration teil. Auf Fragen wird patzig reagiert, die Fakten verharmlost bzw. verleugnet und mit Durchhalteparolen „Wir stehen an der Seite der AgZ und nehmen auch nächstes Jahr daran teil“ an Fehlern festgehalten. Damit muss man wohl die Aussage im vorangegangenen Artikel, dass jeder Tierschutzverein wichtig sei, relativieren. Denn Vereine, in denen offen mit rechtem Gedankengut kokettiert wird, sind flüssiger als Wasser, nämlich überflüssig!

[1] BisB enttarnt: Allianz gegen Zoophilie hetzt mit NAZI-Seiten
[2] Nazi-Watch-SH #6: Sebastian Sommer
[3] Berlin rechtsaußen: Neonazis gegen Zoophilie-Demo in Berlin
[4] Heise Online: Islamhasser Mannheimer, die Kirche und sein Internetpranger
[5] NWZ Online: 67-jähriger Vareler wegen Volksverhetzung verurteilt
[6] Reichsdeppen-Rundschau: Der „Honigmann“ ist nunmehr ein vorbestrafter Volksverhetzer

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